Allgäu-Orient Rallye

Nach der erfolgreichen Teilnahme 2011 (dritter Platz) wissen wir dieses Jahr vorher, worauf wir uns bei der Allgäu Orient Rallye 2012 einlassen: drei Wochen verrücktes Abenteuer für den guten Zweck. Zwei Wochen werden wir ausschließlich in unseren Autos oder in Zelten schlafen, wir werden zwischen 10 und 16 Stunden pro Tag fahren, da wir nur Nebenstraßen benutzen dürfen. Wir werden wieder viele spannende Menschen treffen und freuen uns auf tollen Begegnungen. Vom 28. April bis zum 12. Mai machen wir uns quer durch Europa und Asien auf den Weg nach Baku in Aserbaidschan.

Es gilt, in  knapp zwei Wochen 6.500 Kilometer zu bewältigen. Endstation ist Baku. Für 2012 haben sich 660 Fahrerinnen und Fahrer in über 110 Teams mit über 330 Fahrzeugen angemeldet, um mit kleinem Budget je nach Streckenwahl durch bis zu 10 Länder zu fahren. Die Idee der Veranstalter ist, den Teilnehmern ein besonderes Erlebnis zu ermöglichen, im Dienste einer guten Sache. Die Rallye Allgäu-Orient zählt inzwischen zu den größten Rallye-Veranstaltungen der Welt.  Die Autos werden in Aserbaidschan zugunsten des World Food Programm versteigert. Die Regeln für die Rallye sind einfach:

  • Die Autos müssen älter als 20 Jahre sein oder dürfen den Wert von € 1.111 nicht überschreiten
  • Ein Team besteht aus 6 Fahrern und drei Fahrzeugen
  • Ankommen müssen alle Fahrer mit mindestens einem Auto
  • Es dürfen keine Autobahnen und Mautstrecken benutzt werden, ansonsten herrscht freie Streckenwahl
  • Pro Kopf und Nacht dürfen maximal € 11,11 ausgegeben werden
  • GPS-Navigation ist unersagt
  • Die Autos werden in Aserbaidschan für einen guten Zweck versteigert
  • Hinzukommen diverse Aufgaben, die erfüllt werden müssen:

    Denkmal

    Vor 50 Jahren startete ein Zug mit den ersten Gastarbeitern von Istanbul nach München. In Deutschland fanden die Menschen aus der Türkei nicht nur eine Arbeitsstätte, sondern die meisten auch eine neue Heimat. Dies brachte Wohlstand und Aufschwung sowohl in Deutschland als auch in der Türkei.

    Für diese Menschen soll nun mit Hilfe der Teilnehmer der Allgäu-Orient-Rallye am Bahnhof von Istanbul ein Denkmal entstehen.

    Çetin Güzelhan, ein sowohl in der Türkei als auch in Deutschland wichtiger zeitgenössischen Künstler, führt das Kunstprojekt aus. .Güzelhahn ist als Kurator und Kunsthistoriker sowohl an der Berliner Akademie der Künste als auch an der Kunstakademie Istanbul tätig.

    Er wird aus Teilen, welche die Rallyeteilnehmer mit Ihren Rallyewagen nach Istanbul bringen ein riesiges Kunstwerk errichten, das sicher nicht nur an Kunstkreisen große Beachtung finden wird.

    Die Teile kommen allesamt aus Firmen oder Handwerksbetrieben, die vor 50 Jahren türkische Gastarbeiter beschäftigt haben. Es sind typisches Teile die bei den Firmen damals hergestellt wurden oder Bestand der Firmen waren. Dies kann zum Beispiel ein altes Firmenschild, ein Handwerkszeug oder ein gefertigtes Produkt von damals sein. Die verwendeten Einzelteile werden mindestens 40 Jahre alt und mindestens 50 cm groß sein.

    Zur Dokumentation des Kunstwerkes wird eine Beschreibung, Historie oder ein sonstiges Zeugnis der Firma Teil des Kunstobjektes. Bei 666 Rallyeteilnehmern werden sich also genau so viele Firmen im Denkmal wiederfinden. Es wird einen Spiegel aus den Tätigkeiten der türkischen Gastarbeiter damals geben.

    Das Kunstwerk wird den „Doppeldanke“-Namen „TESEKKÜR EDERIM ALMANYA – DANKE TÜRKEI“ tragen.

    Musik kennt keine Grenzen

    Musik kennt keine Sprachbarrieren und verbindet. Deshalb haben sich die Organisatoren der Allgäu-Orient-Rallye für die Teilnehmer an dem „letzten automobilen Abenteuer dieser Welt“ für 2012 eine besondere und für die Teilnehmer nicht ganz einfache Sonderaufgabe ausgedacht.

    Der Partner der Rallye, die Konzertveranstalter “AIDA-Nights of the Proms” sponsert 333 hochwertige konzertale Musikinstrumente. Damit wollen die Rallyemacher Kindermusikschulen in Kars (Anatolien), Kurdemir (Azerbaijan) und in Georgien ausstatten.

    Jedes der Rallyefahrzeug muss ein Instrument mitnehmen. Welche Instrumente jedes Team mitbekommt, entscheidet das Los am Tag vor dem Rallyestart. Wer Pech hat bekommt einen Kontrabass mit auf den Weg. Glückspilze müssen nur eine leichte und kleine Querflöte mitschleppen.

    Wer das Rallye Organisationskomitee kennt weiß, dass es mit dem Transport alleine nicht getan ist. Die Rallyeteilnehmer haben nach dem Rallyestart einige Tage Zeit, das Instrument zu lernen. In Istanbul ist nämlich ein „Konzert“ der Rallyeteilnehmer mit den Instrumenten geplant. Da nur die Hälfte der Teilnehmer ein Instrument bekommt, wird die andere Hälfte die Musik mit Gesang begleiten. Noten und Liedtexte werden vor dem Start in Oberstaufen ausgegeben. Den geplanten Song, den die Rallyeteilnehmer auf der alten Galatabrücke am Goldenen Horn aufführen kennen übrigens alle Türken, Georgier, Azerbaijaner und Araber. Er heißt „Olmaz Olmaz“.

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